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Die Behandlungstechniken bestehen aus der "Kauterisation"
(= gezielte punktförmige Hautverbrennung ) an einem definierten
Ohrbezirk oder gezielten Schnitt- verletzungen. Auch im 17. und
18. Jahrhundert wurden Areale am Ohr zur Behandlung des
Ischiasschmerzes oder von Kopf- und Zahnschmerzen
beschrieben. Es finden sich erstaunlich detaillierte Zeichnungen
von Hieronymus Bosch oder Valsalva mit vielen technischen
Anweisungen.
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Aus dem 19. Jahrhundert gibt es ebenfalls Berichte über die Wirkung von
Kauterisationen am Ohr aus Italien und Amerika. 1950 entdeckte Dr. Nogier
aus Lyon Patienten mit einer seltsamen Narbe an der Ohrmuschel. Er fand
heraus, daß diese Patienten bei therapieresistenten Ischiasschmerzen auf der
Anthelix des gleichseitigen Ohres "kauterisiert" waren und ihre Beschwerden
daraufhin verschwunden waren.
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In Unkenntnis der langen Tradition der Ohrkauterisation meinte Nogier etwas
"ganz Neues" entdeckt zu haben, recherchierte neugierig und führte selbst
Kauterisationen durch. Auch diese waren erfolgreich. Schließlich erprobte er
weniger "barbarische" Verfahren, z.B. das Stechen von Nadeln in diesem
Ohrbereich. Er konnte meist auch eine deutliche Druckschmerzhaftigkeit
dieses Areals feststellen.
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Schließlich stellte Nogier nach vielen Untersuchungen und Versuchen fest, daß
jeder Körperregion auch ein bestimmtes Reflexareal am Ohr entspricht, und
daß diese wechselseitig beeinflußbar sind. Der Mensch ist am Ohr, einem
Embryo in der Gebärmutter gleich, also auf dem Kopf liegend, abgebildet.
Nach dieser Entdeckung konnten nun auch andere Schmerzzustände gezielt
beeinflußt werden.
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Die entsprechenden Punkte wurden zunächst durch Ertasten der
Druckschmerzhaftigkeit, durch Wärme- oder Kältereiz gefunden.
Die Punktsuche durch Ermitteln von Hautpotentialdifferenzen führte
weg von der rein subjektiven Aussage über Druckschmerzhaftigkeit zu
objektiveren Parametern. Durch Anwendung des sog.
RAC - aus historischen Gründen
"Reflex Auriculo Cardiaque" - genannt, konnte die Diagnostik noch
erheblich verfeinert werden.
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Kontrollierte Akupunktur |
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Durch die RAC Pulstastung ist es möglich, sich genauestens an den Reflexarealen des Ohres
oder auch am Körper zu orientieren und Fehlregulationen frühzeitig zu erkennen. Was bedeutet "frühzeitig"? Der Aurikulomediziner erkennt häufig schon energetische Veränderungen bestimmter Körperregionen oder Organe, o h n e daß bereits Veränderungen von EKG, Laborwerten oder Krankheitszeichen auf Röntgenbildern zu erfassen sind. Viele Patienten suchen wie ihr Arzt vergeblich nach einer Ursache für ihre Beschwerden und stellen sich häufig die folgende Frage: Wo kommt das Symptom her - warum schmerzt es gerade dort? Nehmen wir als Beispiel die zahlreichen Patienten mit sog. "funktionellen Bauchbeschwerden", es drückt, es kneift, der Stuhl ist zu dünn, zu fest, zu selten .... Der Akupunkturarzt oder Aurikulomediziner findet heraus, ob die energetische Unterstützung durch Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie oder andere Maßnahmen sich beispielsweise eher auf die Galle, die Leber, die Bauchspeicheldrüse oder den Darm konzentrieren sollte. Denn er findet mittels RAC-Pulstastung das "schwache Glied" in der Funktionskette. Er kann aber auch herausfinden, welche Belastung - Weizen, Milch, Eiweiß oder andere Lebensmittel - genau diese Schwäche provoziert oder unterhält. Außerdem kann er den Hauptbeschwerdepunkt finden. Es ist oft gar nicht so einfach z.B. bei chronischen Rückenbeschwerden zu wissen, wo denn nun der Hauptverursacher dieser Schmerzen sitzt, im Bereich der Wirbelsäule, den Sakroiliakalgelenken (diese verbinden das Kreuzbein mit dem Becken) oder in Verwachsungen nach Bauchoperationen. Die Pulsdiagnostik kann hier zusätzlich zu anderen Untersuchungsverfahren Klarheit verschaffen. |
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| Störherddiagnostik | ||
Ergänzend findet der Aurkulomediziner meist bei chronischen Störungen Störherde, die selbst keine Beschwerden verursachen, aber im Hintergrund Symptome provozieren, die sich oft an ganz anderer Stelle befinden. So kann ein Zahnherd zu chronischen Schulter- oder Ellenbogenschmerzen führen und alle Therapieversuche vereiteln. Für Interessierte gibt es ein ausführliches Buch zum Thema Störherde von Frau Dr. Beate Strittmatter "Das Störfeld in Diagnostik und Therapie" Hippokrates Verlag, ISBN 3-7773-1274-6.
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