| Mehr zur Person | ||
Mit der Approbation 1980 begann meine ärztliche Tätigkeit in der Abteilung Anästhesie des Martin-Luther-Krankenhauses, ebenfalls in Berlin.
Nach etwa eineinhalb Jahren "wechselte ich das Lager". Als Narkoseärztin immer zuzuschauen, wie die Chirurgen operierten, weckte mein Interesse für die andere Seite. Es folgten 5 Jahre Tätigkeit in der chirurgischen Ambulanz und auf den chirurgischen Stationen der gleichen Klinik. Krampfadern - das Martin-Luther Krankenhaus war spezialisiert auf Gefäßoperationen - aber auch Blinddärme, Hernien, Amputationen und die postoperative Betreuung der Patienten, all dies waren interessante, abwechslungsreiche Tätigkeiten. Doch im Laufe der Jahre stellte sich mir immer mehr die Frage: Wie viele Operationen könnte man durch intensives "Vorarbeiten" am Patienten verhindern? Was kann man für den Patienten tun, wenn er nicht operiert werden muß und trotzdem seine Beschwerden hat? Was tun, wenn weder Röntgenbild oder Labor oder EKG etwas auffälliges zeigen und die Symptome glaubhaft geschildert werden? Sind das dann alles psychisch Kranke? Über die übliche Gabe von Schmerzmitteln hinaus suchte ich nach sinnvollen Alternativen zu Messer oder Schmerzmittel. Das war der Impuls zum Beginn einer neuen intensiven Ausbildung. Zunächst begann ich mit der Neuraltherapie . Das ist die Injektion von kurz wirksamen Lokalänästhetika an Schmerzpunkte, Narben oder beherdete Zähne, ähnlich wie die Schmerzspritze beim Zahnarzt oder beim Nähen einer Schnittwunde, Von nun an galt ich bei den Kollegen scherzhaft als "Hexe", denn diese Art der Therapie war damals noch nicht sehr bekannt unter den Medizinern. Als ich dann auch noch eine Akupunkturausbildung begann, war ich endgültig "Exotin", aber sehr begehrt bei Kollegen, die ihre Beschwerden auch nicht so gern mit einer üblichen Schmerzmittelgabe behandelt haben wollten. Für Patienten, denen mit den üblichen Mitteln nicht geholfen werden konnte, bot ich eine sinnvolle Alternative. Wenn sonst nichts mehr half, dann durften sich die Akupunktur und die Neuraltherapie beweisen. Und das taten sie häufig auch. Nachdem mein Interesse für die mehr konservative, nicht operative Therapie zunahm, sank die Bereitschaft, das "Messer zu schwingen" rapide und ich wechselte zur konservativen ( nicht operativen) Orthopädie in die Schwarzwaldklinik Bad Krozingen. Meinem damaligen Chef habe ich den ersten Kurs im Fach Ohrakupunktur zu verdanken. Denn ohne diese Ausbildung wollte er mich nicht in seiner Abteilung anstellen! Warum? Er hatte einmal staunend beobachtet, wie sein Oberarzt eine akute allergische Reaktion bei einer Patientin mit einer Ohrakupunkturnadel schnell beseitigen konnte. Diese Möglichkeit der Therapie sollte nach seinem Wunsch von allen Assistenzärzten beherrscht werden. Also pilgerten wir gen München zu unserem ersten Ohrakupunkturkurs, der mich faszinierte. Die Ausbildung vermittelte nicht nur das Wissen über die Bedeutung der verschiedenen Punkte am Ohr, sondern gleich ein ganzes System der Diagnostik und Therapie, das sich als Ergänzung zur "schulmedizinischen" Diagnostik in Problemfällen eignete: Die Aurikulomedizin nach Bahr und Nogier ermöglicht einen Blick "hinter die Kulissen" eines Symptoms oder Symptomenkomplexes. Mit ihr ist es möglich, beherdete Zähne, unverträgliche Lebensmittel oder Zahnmaterialien, aber auch passende Mittel zur Unterstützung der Akupunkturwirkung auszutesten. Ein weiterer Baustein zur Verbesserung der Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates, aber auch von gestörten Organfunktionen war die Chirotherapie. Sie ist im Volksmund mit dem "Einrenken" blockierter Wirbel verbunden, beinhaltet aber viel mehr Techniken zur Verbesserung in der Beweglichkeit eingeschränkter Körperteile. Gerade die orthopädische Abteilung der Schwarzwaldklinik war die ideale Stätte, das Gelernte auch in der Praxis anzuwenden und die Techniken zu verfeinern. Die weitere Ausbildung im Fachgebiet "Naturheilverfahren" war nur noch logische Konsequenz zur Ergänzung der bisherigen Ausbildung. Die unverzichtbaren Themen Diätetik, Massage, Bädertherapie, Elektrotherapie sind Gegenstand dieser Ausbildung. Seit Ende der 80er Jahre gründete ich meine eigene Praxis in Hartheim und begann meine ausgedehnte Lehrtätigkeit in den Bereichen Neuraltherapie, Ohr- und Körper-Akupunktur, sowie Vortragstätigkeit zu den verschiedensten Teilaspekten der genannten Gebiete. Außerdem hielt ich es für unerläßlich, auch in Selbsthilfegruppen Wissen über mögliche Alternativen zu üblichen Behandlungsweisen, besonders bei Therapieresistenz (=keine oder nur unzureichende Besserung der Beschwerden durch schulmedizinische Behandlung), aufzuzeigen. Parallel entwickelte ich aufgrund reichlicher Erfahrung in der Praxis zur Behandlung bevorzugt chronischer, therapieresistenter Erkrankungen wie Hautallergien, Asthma, Muskel- und Gelenkbeschwerden oder Darmerkrankungen eine koordinierte Kombination aus Akupunktur/Neuraltherapie und stoffwechselverbessernden Arzneimitteln aus Pflanzenextrakten, Mineralien und/oder Homöopathie. Die Entwicklung dieser Kombination führte zu wesentlich schnellerem Ansteigen der Energiereserven der Patienten und damit auch subjektiv zu einer schnelleren Besserung des Befindens. Natürlich bin auch ich keine Wunderheilerin! Im täglichen Bemühen um die Verbesserung bisher nicht befriedigender Verläufe, versuche ich aus den vielen sich neu entwickelnden, aber auch alten, wiederentdeckten "Therapie-Strömungen" unserer Zeit, das für mich und meine Patienten praktikable - und auch finanzierbare - herauszufiltern und sinnvoll ergänzend einzubringen. Das Bemühen um mehr Wissen begleitet meine langjährige Tätigkeit und führt zu immer neuen Dimensionen des Umgangs mit dem "Phänomen Krankheit". |
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