Was ist Akupunktur?
Wer hat nicht schon an sich selbst entdeckt, daß bei einer Bronchitis die zugehörigen Rückenpartien empfindlich reagieren oder eine Grippe auch Gliederschmerzen in bestimmten Regionen hervorrufen kann. Der Zusammenhang zwischen "Innen" und "Außen" im menschlichen Organismus ist bei genauer Untersuchung offensichtlich. So haben Menschen schon vor einigen tausend Jahren entdeckt, daß über Punkte auf der Körperoberfläche Störungen im Funktionsablauf der Organe oder Schmerzzustände beseitigt oder gelindert werden können.
Dabei scheint der Ursprung dieser Diagnose- und therapieform keineswegs auf China beschränkt zu sein, denn auch der sogenannte "Ötzi" weist Merkmale von therapeutischen Eingriffen in Form von Tätowierungen auf. Sein Alter ist mit etwa 5000 Jahren jedoch eindeutig weit über dem der ersten chinesischen Dokumentationen der Akupunktur. Er wurde vom Vorsitzenden der Österreichischen Gesellschaft für kontrollierte Akupunktur "besucht" und untersucht. Dabei konnten verblüffende Übereinstimmungen zu chinesischen Akupunkturpunkten gefunden werden.
Weitere Informationen zum Ötzi, Special Info
Wissenschaftliche Grundlagen:
Die etablierte "Schulmedizin" stand alten und neuen Entdeckungen, die nicht in ihr Weltbild paßten, schon immer sehr kritisch, wenn nicht gar ablehnend gegenüber.
Die Medizingeschichte ist voll von Beispielen dieser Art. Revolutionäre Entwicklungen wie die Entdeckung der "Heilanästhesie" - heute Neuraltherapie - oder der Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen Händewaschen und dem Kindsbettfieber wurden so lange als möglich negiert, wenn nicht gar bekämpft.
Wie so oft, hat natürlich auch diese Haltung etwas positives. Zwingt sie doch die "Revolutionäre" zu gewissenhaften Untersuchungen ihrer Neuentdeckungen.

Die untersuchten Besonderheiten der Akupunkturpunkte betreffen
Den histologischen oder gewebebezogenen Aufbau
Die elektrischen Besonderheiten am Akupunkturpunkt in Bezug auf das
Hautpotential und den elektrischen Widerstand
Die Hauttemperatur
Die biochemischen Besonderheiten durch Reizung an Akupunkturpunkten,
wie beispielsweise die nachweisbare Beta-Endorphinausschüttung
Versuche zum Ausschluß von Hypnoseeffekten bei Akupunktur
Die Erforschung der Erregungsausbreitung und -hemmung durch Nadelung
bestimmter Punkte
Besonders das Internet ist inzwischen gut bestückt mit wissenschaftlichen Abhandlungen zum Thema Akupunktur z.B. bei Lifeline. Als gesicherte Grundlagen zählen vor allem die Arbeiten zur histologischen Untersuchung der besonderen Strukturen am Akupunkturpunkt durch Professor Hartmut Heine. Der Akupunkturpunkt, ein Meridianorgan, außerdem die neurophysiologischen Forschungsergebnisse zur Reflexausbreitung und -hemmung von Prof. Chang und Prof. Shen-Eh aus Shanghai, China und Grundlagenarbeiten zur Akupunkturanalgesie und -therapie von Prof. Pauser, Prof.
Pomeranz, Prof. Zerobin, die ihre Untersuchungen an Tieren und Menschen durchführten. (Literaturliste aus F. Bahr, "Einführung in die wissenschaftliche Akupunktur; MMV Medizin Verlag, 1996)
Indikationen für die Akupunktur
Nach genauester "schulmedizinischer" Diagnostik kann die Indikation zur Akupunktur bei folgenden Störungen gestellt werden:
Alle Störungen von Funktionen, oder Schmerzen im Körper ohne
Nachweis von krankhaften Befunden in der Labor-, bildgebenden, oder sonstigen Diagnostik
Unterstützende Behandlung bei nachweislich krankhaften Befunden
mit Veränderung von Labor, Röntgenbild o.ä.
Daraus ergeben sich Anwendungsmöglichkeiten in folgenden Bereichen:
Schmerztherapie bei
Wirbelsäulenschmerzen (Ischialgie)
Gelenkschmerzen
Migräne und andere Kopfschmerzformen
Neuralgien (Nervenschmerzen)
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
Herzschmerz (nach entsprechender Diagnostik!!!)
Herpes zoster (Gürtelrose)
Funktionsstörungen
Herz-, Kreislaufstörungen, z.B. bei Kreislaufschwäche mit niedrigen
Blutdruck, aber auch bei erhöhtem Blutdruck als zusätzliche Therapie zu den entsprechenden Medikamenten
Immer wieder auftretenden Blasenbeschwerden ohne Erregernachweis,
aber auch bei chronischen Beschwerden mit Erregernachweis, wenn schon viele Antibiotikatherapien erfolgt sind
Obstipation (Verstopfung), akute oder chronische Durchfälle,
die sich der schulmedizinischen Therapie entziehen
Hormonstörungen im Bereich Schilddrüse, Sexualorgane
Allergien / Unverträglichkeiten
Allergischer Schnupfen, Nasennebenhöhlenstörungen
Asthma
Neurodermitis und andere Hauterkrankungen bei Unverträglichkeiten
Colitis ulcerosa, M.Crohn bei Metallunverträglichkeiten oder
Lebensmittelunverträglichkeiten Unverträglichkeiten, Testungen
Psychische und Schlafstörungen
Raucherentwöhnung
Schlafstörung mit Differenzierung von Ein- und Durchschlafstörungen unter
besonderer Berücksichtigung der individuellen Problematik
Projektionsbedingte Störungen bei psychischen Fehlfunktionen mit Herz-
und Magenbeschwerden nach Ausschluß organischer Ursachen
Bettnässen
Prüfungsangst
Stottern, Legasthenie
Colitis ulcerosa, M.Crohn mit psychischer Komponente
Kontraindikationen - eher nicht für die Akupunktur geeignet
Nicht vorrangig akupunktiert werden sollten selbstverständlich Erkrankungen, die sofortige akutmedizinische Maßnahmen erfordern wie Operation, antibiotische Therapie, Reanimation usw. Aber auch in manchen dieser Fälle kann die Akupunktur erfolgreich eingesetzt werden wie beispielsweise bei einer akuten Gallen- oder Nierenkolik.

Informationen zur "ganzheitlichen Sicht" von häufigen Krankheitsbildern


Allergien - Unverträglichkeiten - Hautekzeme
Die Allergie - der Begriff wurde 1906 von Pirquet geprägt - ist die Überempfindlichkeit gegenüber einer allergieauslösenden Substanz nach einer Sensibilisierung. Es gibt verschiedene Reaktionstypen von der allseits bekannten Sofortreaktion mit Hautrötung, Quaddelbikdung Juckreiz, Atemnot bis zum allergischen Schock oder verzögerte Reaktionstypen.
Die Testung mittels aurikulomedizinischer Diagnostik findet häufig sog. Unverträglichkeiten, die mit üblichen Allergietests, wie sie beispielsweise beim Hautarzt durchgeführt werden, nicht gefunden werden.
Interessant ist die langjährige Erfahrung, daß die von Hautarzt gefunden Reaktionen auf Gräser, Pollen, Milben oder Katzenhaare in Wirklichkeit nur die "letzte" Reaktionsebene nach zuvor lang bestehenden "stummen" Unverträglichkeiten darstellt.
So kann eine Milchunverträglichkeit oft jahrelang ohne besondere Zeichen bestehen. Wenn dann allerdings noch Zahnfüllungen, hoher Zuckerkonsum oder unzählige Pollen den Menschen zusätzlich bombardieren, dann reagiert er plötzlich und unerwartet "allergisch".

Läßt er die Substanzen weg, die ich als "Basisunvertäglichkeiten" bezeichnen möchte, dann sind meist Pollen, Milben oder Staub kein Thema mehr. Er reagiert nicht mehr überschießend auf diese Einwirkungen von außen.

"Basisunverträglichkeiten" sind nach meiner Erfahrung: Milch, Weizen, Hühnereiweiß (Impfstoffe!), aber auch Schwermetalle wie Quecksilber aus Amalgamunverträglichkeiten, Fluor, das schon den Kleinsten in Tablettenform verfüttert wird, in Zahnpasta, Mineralwasser, Fluorzahnlack und später als Osteoporosemittel lebensbegleitend sein Unwesen treibt.
Sind diese Faktoren erkannt und behandelt, ist eine allergische Reaktionsbereitschaft meist ebenfalls verschwunden.
In Ausnahmefällen können auch andere Substanzen wie palladiumhaltige Goldlegierungen, besonders wenn darunter Amalgam "schmort" (im wahrsten Sinne des Wortes sind schon flüssige Quecksilberperlen unter Kronen gefunden worden) oder langjährig einwirkende Umweltgifte wie Holzschutzmittel diese Rolle übernehmen.

Echte Haut-Ekzeme werden nach ähnlichen Prinzipien diagnostiziert und therapiert.

Hauterkrankungen allgemein sollten nach meiner Erfahrung überhaupt weniger über die Haut als "von innen" über Darmsanierung und andere stoffwechselverbessernde Maßnahmen behandelt werden.
Das übliche hautärztliche Angebot von Teer über Cortison und Harnsäure ist selten auf Dauer ausreichend und als alleinige Maßnahme auch nicht sinnvoll. Das beweisen unendlich viele Krankheitsverläufe, wobei sich die Haut erst nach Erkennen der Unverträglichkeit und Therapie von innen und von außen erholt hat.

Besonders qualvoll und resistent sind Ekzeme, die sich auf palladiumhaltige Goldlegierungen zurückführen lassen. Hier hilft meist nur der Zahnarzt durch Entfernung a l l e r palladiumhaltigen Kronen oder Inlays.
Genauso, wie es unsinnig ist in einem schimmeligen Keller nur den sichtbaren Schimmel abzukratzen ohne ihn trocken zu legen und damit den Pilzen das Milieu zu entziehen ist es, nur die Haut zu behandeln, ohne das Milieu zu ändern, das diese Hauterkrankung gefördert hat.

Asthma
Diese überschießende Reaktionsbereitschaft der Bronschialschleimhäute steht häufig am ende einer langen "Heuschnupfenkarriere".
Meist läßt sich auch bei dieser letztlich allergischen Erkrankung eine Unverträglichkeit finden und behandeln.
Die Akupunktur nach den Regeln der klassisch chinesischen Medizin mit der Kenntnis der Unverträglichkeiten führt zur Besserung oder zum Verschwinden der Symptomatik.

Schon das Weglassen von schleimfördernder Milch führt häufig bereits zur Linderung der Beschwerden.
Die Arzneimittel aus der chinesischen Kräuterküche werden ergänzend eingesetzt.

Muskel- und Gelenkbeschwerden
Warum schmerzt ein Muskel? Die Antwort ist "einfach". Sein Stoffwechsel ist mit vielem beschäftigt, nur nicht mit einer elastischen, schmerzfreien, kraftvollen Bewegungs-Aktion.
Er reagiert bei entsprechender Disposition des Patienten mit Schmerz, weil er durch stoffwechselbelastende Ablagerungen "verschlackt" ist.
Wird er entlastet durch Entfernung, weglassen, Ausleiten von Unverträglichem, erholt sich das Gewebe und dankt mit Schmerzfreiheit.
Die Belastungen sind häufig ähnlich wie unter Allergie - Unverträglichkeiten erwähnt.
Hier hat sich auch die Akupressur bewährt, die der Patient nach Anleitung zu Hause selbst durchführen kann.

Fibromyalgie
Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch chronische, generalisierte Schmerzen im Bereich der Muskulatur, des Bindegewebes und der Knochen mit typischen Schmerzpunkten.

Die Ursache bleibt meist unerkannt, 80 % der Patienten sind weiblich.

Schmerzverstärkend wirken oft Kälte, Streß, körperl. Überlastung u. Ruhe, Besserung der Schmerzen durch Wärme u. mäßige Aktivität.
Begleitsymptome: Morgensteifigkeit, periphere Parästhesien (Gefühlsstörungen der Hände und Füße) u. subjektive Schwellungen der Hände ohne objektiven Befund, gute (passive) Beweglichkeit, keine Muskelatrophie (-verschmächtigung), allg. Abgeschlagenheit u. Müdigkeit, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerz, Reizdarm.
Diagnose: Schmerzen an mind. drei Regionen seit wenigstens drei Monaten an mind. 7 von 14 typischen Punkten.

Diese Angaben sind frei übernommen aus dem "Wörterbuch der Medizin", Ullstein Mosby, 15. Auflage.
Man kann schon aus der diagnostischen Angabe ersehen, daß das Krankheitsbild in schulmedizinischer Diagnose und Therapie nicht eindeutig definierbar erscheint. Viele Hinweise auf psychische Komponenten verstärken diesen Eindruck, wie überhaupt gern alles als "psychisch" angesehen wird, was diagnostisch nicht einfach zu benennen ist.
Eine bereits Jahre dauernde Fibromyalgie ist auch mit der Aurikulomedizin meist nicht mit2 oder 3 Sitzungen zu therapieren. Aber die Akupunktur mit begleitenden stoffwechselverbessernden Maßnahmen wie unter Ausleitung beschrieben, verbessern oder heilen in der Mehrzahl der Fälle das Beschwerdebild.

Darmerkrankungen
Die unspezifischen Beschwerden mit Blähungen, Stechen oder Stuhlauffälligkeiten wie Verstopfung oder Durchfall werden schulmedizinisch mit dem Begriff "Reizkolon" oder Colon irritabile o.ä. bezeichnet.
Dahinter verbirgt sich eine handfeste "Darmdysbiose", d.h. das nicht-harmonische Zusammen- oder eher "Gegeneinanderspiel" der verschiedenen Darmkeime, besonders häufig einhergehend mit Hefepilzbelastungen (Candida).
Üblicherweise wird diese Belastung durch Stuhluntersuchungen in Kombination mit Mund- und Analabstrich und Blutuntersuchung festgestellt. Diese Untersuchung ist im Rahmen der Umstrukturierung im Gesundheitswesen fast doppelt so teuer geworden, wie zuvor. Der verwertbare Nutzen steht in keinem Verhältnis zum (finanziellen) Aufwand, so daß ich diese Untersuchung nicht mehr routinemäßig, sondern nur in begründeten Ausnahmefällen durchführe.
Auch hier ist die aurikulomedizinische Diagnostik preiswerter und verwertbarer. Denn Belastungen, die beispielsweise in der Stuhluntersuchung nicht gefunden werden, allenfalls in der Blutserum-Diagnostik aufspürbar sind, können festgestellt werden. Das richtige Mittel zur Behandlung kann ebenfalls ausgetestet werden.

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn Erkrankungen
sehen Aurikulotherapeuten meist im Zusammenhang mit einer Amalgamunverträglichkeit. Eine multizentrische Studie zum Thema ist in Planung.
Die Entfernung unverträglicher Zahnmaterialien und die Einhaltung der ausgetesteten Diätempfehlungen meinerseits führen zu Besserung oder Ausheilung der Entzündung. Ist die Entfernung von Amalgamfüllungen z.B. aus Kostengründen nicht möglich, verhilft die Akupunktur mit der entsprechenden Begleittherapie oft trotzdem zur Besserung.

Kopfschmerz - Migräne - Gesichtsschmerz
Dieses vielschichtige Thema ist Spielwiese der Pharmawerbung, aber auch der Spezialisten, die bisher über 200 verschieden Kopfschmerztypen in Diagnoseschlüssel zur Verbesserung der Abrechnungsfähigkeit verpackt haben.
Jahrzehntelange Krankheitsverläufe sind keine Seltenheit. Erfreulicherweise wurden viele meiner Kopfschmerzpatienten nicht nur in's CT und zum Neurologen, sondern auch schon mal zur Chirotherapie überwiesen. Die Verbesserung der Wirbelsäulenbeweglichkeit ist häufig ein Faktor in der Verbesserung der Symptomatik.
Wenn "alles nichts hilft", hat die Akupunktur grundsätzlich noch gute Chancen, die Symptomatik erfolgreich zu behandeln

Wirksamkeit - Akupunktur - Mikrosystemakupunktur (z.B. Ohrakupunktur)
Dies ist spätestens seit der Auswertung des zur Zeit noch laufenden Erprobungsverfahrens der IKK in Zusammenarbeit von Herrn PD Dr. Walach vom Umweltmedizinischen Institut Freiburg (Anfragen über güthlin@ukl.uni-freiburg.de) klar.

Über 80% der Patienten aus dieser Studie waren vor der Akupunkturbehandlung bei bis zu 6 Vorbehandlern und wurden trotzdem in über 80% der Fälle beschwerdefrei oder gebessert!
Eine vergleichende Auswertung von "Ohr - und Körperakupunkturfällen" zeigte, daß bei den bisher erfaßten Auswertungsbögen die Ohrakupunktur etwa 2 Sitzungen früher abgeschlossen werden konnte bei vergleichbarer Wirksamkeit.

Karzinome
Akupunktur ist keine Krebstherapie, aber über die üblichen Behandlungsmaßnahmen hinaus kann die Akupunktur den Karzinomschmerz lindern.

Akupunkturanalgesie währen der Operation
Das Heraufsetzen der Schmerzschwelle zum Einsparen von stoffwechselbelastenden Narkosegasen oder Schmerzmitteln ist inzwischen mit vielen Arbeiten gut belegt und wird in einigen Kliniken in Deutschland erfolgreich angewandt.

Nebenwirkungen
Häufigste Nebenwirkung der Akupunktur ist die nach der Therapie einsetzende entweder Müdigkeit oder "Aufgedrehtheit" der Patienten, je nach Reaktionslage. Infekte sind durch Verwendung von sterilen Einmalnadeln sehr unwahrscheinlich, Verletzungen sind eher beschrieben bei Akupunkteuren, die kein Medizinstudium absolviert haben und daher nicht über differenzierte anatomische Kenntnisse verfügen.
Ärztliche Akupunkteure verfügen über ausreichende Anatomiekenntnisse.
Vorsorge
Die Akupunktur ist auch eine Form der Vorsorgemedizin, da Funktionsstörungen noch bevor sie zu manifesten körperlichen Schäden führen, verbessert oder beseitigt werden können.
Beispiel: Immer wieder auftretende Bauchbeschwerden mit Verstopfung können nach jahrzehntelangem Bestehen natürlich auch entzündliche oder andere Veränderungen an Galle, Leber oder Darm hervorrufen. Durch Verbesserung der Verdauungsfunktion kann die Akupunktur auch zur Vermeidung solcher Spätfolgen eingesetzt werden.
Welche Akupunkturverfahren stehen zur Verfügung?
Körperakupunktur
Das älteste Verfahren zur Verbesserung der Körperfunktionen ist die Behandlung von Akupunkturpunkten am gesamten Körper entweder mit Akupressur Akupressurbuch Bahr, Nadelung, Laser Laserakupunktur

Was ist Körperakupunktur?

Die Akupunktur ist eine Möglichkeit, Energieströme, die aus der Balance geraten sind, wieder in Harmonie zu versetzen.
Das ist blumig ausgedrückt nichts anderes als die Wiederherstellung eines kybernetisch sinnvoll arbeitenden Systems. Nach Wiener arbeitet ein System optimal, wenn die Ökonomie in Bezug auf Zeit, Weg und Energieaufwand sichergestellt ist.

Das chinesische Denkmodell
Für die Chinesen besteht das Universum aus Qi, einem Medium, das in unsere Sprache nicht vollständig übersetzbar ist. Qi ist Energie, Qi ist Materie, einfach alles, was das Universum ausmacht. Die Kräfte des Universums bewegen sich zwischen den Polen von Yin und Yang, wobei das eine ohne das andere nicht sein kann.

Yin und Yang
Alle Erscheinungen und Veränderungen des Lebens, die Bewegungen und Manifestationen des Qi, lassen sich mit dem Zusammenspiel der Polaritäten Yin und Yang erklären, zwischen denen sich das Qi bewegt. Erste Aufzeichnungen zu diesem Erklärungsmodell finden sich von 700 v.Chr. im "Buch der Wandlungen" (Yi ging).

Yin
- ursprünglich die Schattenseite eines Berges, wird assoziiert mit dunkel, Erde, Wasser, Feuchtigkeit, Kühle, Materie, Ruhe. Auf den Menschen bezogen steht Yin für das Weibliche, die Körpervorderseite, unten, auf Krankheiten bezogen für Kälte, Blässe, Müdigkeit, chronische Erkrankungen ....

Yang
- die sonnenbeschienene Seite des Berges steht für hell, Himmel, Trockenheit, Hitze, Energie, Dynamik. Auf den Menschen bezogen steht Yang für das Männliche, die Körperrückseite, oben, auf Krankheiten bezogen für Hitze, Fülle, Röte, Übererregtheit, Unruhe, akute Erkrankungen - die Beispiele ließen sich fortführen.

Wichtig ist die Erkenntnis, daß Yin oder Yang nicht gut oder schlecht, wünschenswert oder abzulehnen sind, sondern einander bedingen. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Der Yang-Zustand birgt schon den Keim für das Yin.
Dies wird im Symbol der Monade, dem allseits bekannten Symbol für das Zusammenwirken von Yin und Yang, dargestellt.


Das Yin (schwarz) birgt bereits den Keim für das Yang ,
das Yang birgt den Keim für das Erstarken des Yin.


Zuviel Ruhe - Yin - macht noch fauler, träger, dicker, unbeweglicher. Zuviel Yang verschleißt die Körperkräfte und ist auf Dauer nicht durchzuhalten.
Die Abbildung soll verdeutlichen, daß weder der sehr "Yin-betonte" Zustand, noch der "Yang-betonte" Zustand auf Dauer gut tun.
Die völlige Trennung oder Dissoziation von Yin und Yang bedeutet den Tod, das Qi bewegt sich nicht mehr zwischen den Polaritäten Yin und Yang.



Die Harmonie zwischen Yin und Yang ist der optimale Gesundheitszustand!


Nun ist das Erreichen eines harmonischen Ausgleichs nicht immer ganz einfach - Krankheit bedeutet Disharmonie zwischen Yin und Yang. Die Akupunktur, aber auch alle anderen Therapien, die die Chinesische Medizin anbietet - Massage, Diätetik, Medizin - sind geeignet, diesen Zustand anzustreben und zu erreichen.

Meridiane
Nach Jahrtausende alter chinesischer Vorstellung fließen Qi, Blut und Körperflüssigkeiten in Meridianen, von denen Felix Mann (Groß-Britannien), obwohl früher Pionier der Akupunktur in Europa, vor einigen Jahren behauptete, sie seien so unreal wie der Greenwich-Meridian.

Tatsächlich hat man die Verläufe von meridiansensiblen Personen erfahren und die Punkte auf ihnen viele Jahrhunderte hindurch in ihrer Wirkung beobachtet.
Die Darstellung des Meridiansystems mit bildgebenden Verfahren ist noch nicht sicher gelungen. Nach dem Biophysiker Popp sind Meridiane als eine Art Wellenleitersystem vorstellbar, in denen elektromagnetische Informationen bevorzugt transportiert werden.

Kybernetische Grundlagen

Neue Forschungen konnten dieses System zumindest indirekt nachweisen: Die Photonenemissionstomographie (PET) konnte anhand von Hirnaktivitäten nachweisen, daß es zumindest Unterschiede in der Reaktion gibt, je nachdem, ob "passende" Akupunkturpunkte in der Peripherie gestochen wurden, oder Phantasiepunkte.

Die chinesische Akupunktur kennt schon lange die Zusammenhänge bestimmter Punkte mit bestimmten Symptomen. So können zwei nur wenige Zentimeter voneinander entfernte Punkte sehr verschiedene Effekte haben, sogar die Kombination bestimmter Punkte wirkt anders als das Stechen nur eines Teils eines "Punkteprogramms".

Es gibt 12 paarige Meridiane und zwei unpaare, sowie viele Kollateralverbindungen, außerordentliche Meridiane und Extrapunkte. Die Energie, das Qi, fließt innerhalb von 24 Stunden durch jeden Meridian.
Jeder Meridian hat daher zu einer bestimmten Tageszeit für 2 Stunden seine "Hauptaktivitätszeit", ist dann aber auch besonders anfällig für Störungen.
Auch wir kennen diese Zusammenhänge zum Teil. Man weiß, daß Asthmaanfälle häufig gegen morgen auftreten. Dies ist die Hauptaktivitätszeit des Lungenmeridians. Oder Migräneanfälle: Häufig zwischen 11 und 3 Uhr nachts - die "Galle- und Leberzeit". So ist es für den Akupunkturarzt wichtig, die Zeit des Auftretens einer Symptomatik, z.B. Kopfschmerzen vom Patienten zu erfahren.

Akupunkturpunkte
Die Beeinflussung gestörter Energieflüsse erfolgt mittels Nadelung in Akupunkturpunkte. Ihre Lokalisation und Wirkung ist genauestens festgelegt. Sie sind die "Befehlsknöpfchen", mit denen man entweder tonisieren (stärken) oder sedieren (dämpfen) kann.

Professor Heine, ehemals Universität Witten-Herdecke hat sie feingeweblich untersucht. Er hat kleine Gefäß-Nervenbündel gefunden, die in über 80% mit bekannten Akupunkturpunkten übereinstimmen.
Akupunkturpunkte haben auch andere elektrische Eigenschaften als das umgebende Gewebe, sie können auch eine veränderte Temperatur im Vergleich zur Umgebung haben.

Es gibt viele Untersuchungen zur Wirkung der Akupunktur über den Nachweis der Freisetzung schmerzhemmender Substanzen bis zu klinischen Studien in Bezug auf die Behandlung verschiedener Krankheitsbilder wie Asthma, Rückenschmerz usw..

Unglaublich differenziert sind die Vorstellungen der chinesischen Ärzte in Bezug auf die energetischen Abläufe im Körper und in Bezug auf seine Umwelt. Das Erkennen und Anerkennen der Tatsache, daß der menschliche Organismus nicht von seiner Umgebung getrennt betrachtet werden kann, ist altes Gedankengut, das - mangels der Kenntnisse physikalischer, biochemischer und elektrischer Abläufe in eine Sprache gefaßt wurde, die uns etwas "blumig" erscheint.
Neuraltherapeutische Injektionsakupunktur
Begriffe wie "Kälte-Nässe schädigt die Milz" o.ä. muten zunächst etwas befremdlich an, drücken jedoch eine klar definierte Symptomatik aus, die eine klar definierte Behandlung erfordert. In diesem Fall weiß jeder Kollege, daß der Patient ein Schweregefühl im Kopf hat, klebriges Gefühl im Mund, kein Durst, kalten Körper, blasse Zunge, kraftlosen Puls. Nimmt man als Therapeut an, es handle sich um dieses Syndrom, aber die Zunge ist rot und ohne Belag, dann muß ein anderes Syndrom und damit auch eine andere Therapie in Erwägung gezogen werden, mit anderen Punkten.

Kopfschmerz kann also bei verschiedenen Patienten verschiedene Therapien erfordern.


Diese Diagnostik erfaßt letztlich genau die Funktionsabläufe, die die Kybernetik etwas technisierter, für den Unbefangenen aber noch weniger verständlich, beschreibt.

Die Harmonie oder Disharmonie in bezug auf die Umwelt ist besonders wichtig, chinesische Diagnostik setzt den Kranken immer ins Verhältnis zu seiner Umgebung.
So ist es allgemeines Wissen, daß man sich durch Zugluft einen steifen Nacken oder eine Erkältung zuziehen kann. Folgerichtig beschreibt die chinesische Medizin eine Wind-Kälte Erkrankung, die mit Punkten oder Medikamenten, die diese krankmachenden Faktoren "vertreiben", behandelt werden, nämlich "Windpunkten" und Kälte austreibenden, oder wärmenden Punkten.
Sehr differenziert wird die Betrachtung Innerer Erkrankungen, so ist Asthma nicht gleich Asthma, oder Diabetes nicht gleich Diabetes: der Erkrankte wird ganzheitlich erfaßt, jedes konstitutionelle Detail, aber auch individuelle Unterschiede der Symptomatik werden erfaßt und verändern auch die Therapie bei jedem einzelnen Patienten.

Das Bedürfnis westlicher Mediziner, tausende von Erkrankten gewissermaßen "gleichzuschalten" für eine Studie, stößt nach chinesischen Gesichtspunkten eher auf Unverständnis.
Wenn wir 3000 Hypertoniker im Hinblick auf die Wirkung eines neuen Medikamentes untersuchen, wissen wir einfach nicht, ob der eine Streß hatte, der andere eine Erkältung, der Dritte eine Diät begonnen hat, der vierte Durchfall usw. - das heißt die individuellen Variablen werden nicht erfaßt, das Ergebnis der Studie birgt dann viele Variablen, die nicht bekannt sind.
So kann es denn auch sein, daß Studien zu völlig verschiedenen Ergebnissen kommen.

Akupressur
Wer das Stechen von Nadeln verabscheut, kann die Punkte mit dem Laser, mit Wärme, aber auch mit Akupressur behandeln oder behandeln lassen.
Besonders geeignet ist die Akupressur zur Selbstbehandlung zwischen den einzelnen Akupunktursitzungen, oder bei leichteren Störungen.
Es gibt auch Literatur zur "Soforthilfe mit Akupressur" von Dr. Hermine Tenk (Verlag W. Maudrich, ISBN 3-85175-591-X) aus Österreich. Sie hat sehr engagiert Schülern und Lehrern die Akupressurtechnik und Punktlokalisationen in Kursen vermittelt, die es ermöglichten, akute Erkrankungen oder Notfälle mit Akupressur zu unterstützen.
Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchweh - hier muß man nicht immer gleich "zur Pille" greifen. Die Punktmassage kann die Medikamentengabe häufig ersetzen.
Patienten und Verwandten von Epileptikern zeige ich immer einen Massagepunkt über der Mitte der Oberlippe, der einen Anfall sicher unterbrechen kann, auch ohne die Gabe von Valium. Das hat sich im Alltag von Epileptikern sehr bewährt. Beispiele für Schmerzzustände jeglicher Art gibt es viele.

Für die Akupressurtherapie gibt es seit neuestem "Acurolls", ein Akupressurstift der mit Ölen Schmerzen und Verspannungen "wegrollen" kann.

Ein weiteres sehr effektives Verfahren ist die Ohrakupunktur oder:

Aurikulomedizin nach Bahr und Nogier

Schon vor etwa 2000 Jahren wurden im alten Ägypten bestimmte Areale am Ohr mit Hitze behandelt, um den "Hexenschuß" zu lindern, vielleicht wurde diese Methode der Beeinflussung von Schmerzen auch schon in Persien entdeckt und weiterverbreitet. Auch in Afrika, in Italien und Frankreich wurde über das Ohr auf den Körper und seine Schmerzzonen Einfluß genommen. Sogar Hippokrates beschreibt Techniken am Ohr zur Behandlung z.B.der Impotenz, deren Wirkungsweise ihn erstaunt.

Die Behandlungstechniken bestehen aus der "Kauterisation" (= gezielte punktförmige Hautverbrennung ) an einem definierten Ohrbezirk oder gezielten Schnitt- verletzungen. Auch im 17. und 18. Jahrhundert wurden Areale am Ohr zur Behandlung des Ischiasschmerzes oder von Kopf- und Zahnschmerzen beschrieben. Es finden sich erstaunlich detaillierte Zeichnungen von Hieronymus Bosch oder Valsalva mit vielen technischen Anweisungen.

Aus dem 19. Jahrhundert gibt es ebenfalls Berichte über die Wirkung von Kauterisationen am Ohr aus Italien und Amerika. 1950 entdeckte Dr. Nogier aus Lyon Patienten mit einer seltsamen Narbe an der Ohrmuschel. Er fand heraus, daß diese Patienten bei therapieresistenten Ischiasschmerzen auf der Anthelix des gleichseitigen Ohres "kauterisiert" waren und ihre Beschwerden daraufhin verschwunden waren.

In Unkenntnis der langen Tradition der Ohrkauterisation meinte Nogier etwas "ganz Neues" entdeckt zu haben, recherchierte neugierig und führte selbst Kauterisationen durch. Auch diese waren erfolgreich. Schließlich erprobte er weniger "barbarische" Verfahren, z.B. das Stechen von Nadeln in diesem Ohrbereich. Er konnte meist auch eine deutliche Druckschmerzhaftigkeit dieses Areals feststellen.Mehr zu diesem Thema