| Neuraltherapeutische Injektionsakupunktur |
Neuraltherapeutische Injektionsakupunktur ist die Synthese aus
Akupunktur
Neuraltherapie und dem Wissen über die Wirkung von
Pflanzenauszügen und
Homöopathika
bei akuten und chronischen Erkrankungen zur alleinigen oder unterstützenden Therapie.
Mehr zu diesem Thema
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| Neuraltherapie | ||
Die Neuraltherapie wirkt durch die gezielte Injektion von Lokalanästhetika in niedrigen
Konzentrationen und Mengen im Bereich gestörter Körpersysteme.
Sie ist eine Regulationstherapie, die bevorzugt über das sog. "Grundsystem"
des Organismus wirkt. Zu den Regulationstherapien gehören so unterschiedliche Therapieformen
wie Homöopathie, Akupunktur, Massagen, Schröpfen, Kneipp'sche Güsse oder diätetische
Maßnahmen. |
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Die Neuraltherapie kommt als lokale Schmerztherapie, Segmenttherapie und Störfeldtherapie zur Anwendung bei
Schmerzsyndromen, Organstörungen oder Heilungsstörungen. Sie ist erfolgreich bei der Therapie
einer gestörten Funktion aber auch als Ergänzung bei zerstörten Strukturen, wie
beispielsweise der Arthrose, anwendbar. Gezielt eingesetzt, ist die Neuraltherapie eine
nebenwirkungsarme Therapieform, die das Arzt - Patient Verhältnis durch das direkte Umgehen
mit dem Beschwerdebild des Patienten auf eindrucksvolle Art und Weise fördert. Die Indikationsliste umfaßt sowohl funktionell bedingte Schmerzformen wie die pseudoradikulären |
Wirbelsäulenschmerzformen, funktionell bedingte wie
auch degenerativ bedingte Gelenk- oder Organbeschwerden. Sie dient vor allem zur Verbesserung der begleitenden
funktionellen Einschränkungen bei manifesten Strukturdefekten, seien es der
Bandscheibenvorfall oder der Gallenstein, unerläßliches Hilfsmittel auch zur Differenzierung
der Symptomatik. Patienten mit Epicondylitis, Migräne oder Pollakisurie (häufige Handlung) können von oft
jahrzentelang dauernder Minderung der Lebensqualität befreit werden.
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Die Ausbildung beinhaltet das Erlernen genauer Untersuchungstechniken, die erst den
gezielten Einsatz des Lokalanästhetikums ermöglichen.
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| Grundlagen der Neuraltherapie - für speziell Interessierte | ||
Die Neuraltherapie wird vielerorts nach der sogenannten "Dawoser" Methode angewandt, eben
da, wo's wehtut. Es wird ein Lokalanästhetikum injiziert, in der Hoffnung Schmerzzustände zu
beseitigen, oft ohne Kenntnis der zahlreichen Beeinflussungen, die durch diesen Eingriff
ausgelöst werden. Wenn man sich vorstellt, daß bereits der Einstich mit der Kanüle eine
Vielzahl von Reaktionen auslösen kann - bis zum reflektorischen Kollaps bei sehr sensiblen
Personen - dann lohnt es sich, einmal genauer nachzuschauen, was man da eigentlich
beeinflußt, und wie das geschieht. Allein die Stichwirkung beinhaltet eine Kleinstverletzung, deren Wirkung noch Tage nachzuweisen sein kann. Die Information des Temperatursprungs und Potentialsprungs von Nadel zu Gewebe, von kleinsten Verletzungspotentialen durch Zellzerstörung, breitet sich während der Nadelpenetration durch das Gewebe in Hautepithel, Bindegewebe, perivaskulär, vaskulär, muskulär oder nerval aus. Wir wollen versuchen, die Abläufe im Gewebe auf verschiedenen Ebenen zu verfolgen und zu verstehen. Glücklicherweise können wir auf wertvollen Informationen und Untersuchungsergebnissen vieler Forscher aufbauen, die sich für dieses Thema bereits vor uns interessiert haben. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen einen kleinen geschichtlichen Rückblick eröffnen. |
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| Zur Geschichte | ||||||
Nahezu jede Therapieform sucht ihre historischen Wurzeln, so auch die Neuraltherapie.
Schon aus der Steinzeit sind Schädeltrepanationen bekannt, spitze Steinsplitter wurden in
die Haut gestochen um dem "Dämon Schmerz" einen Weg zum Verlassen des Kranken zu bahnen und
vielleicht auch, um damit auf innere Organe einzuwirken. [1] Die Entwicklung der Akupunktur
in China kann mindestens 3000 Jahre zurückverfolgt werden. Sie zeigt, sowohl die
theoretischen Grundlagen als auch die Systematik der Punkte betreffend, in vielen Fällen
erstaunliche Parallelen zur Neuraltherapie. So konnte der deutsche Homöopath Weihe bei
unterschiedlichsten Krankheiten immer wieder schmerzhafte Hautpunkte an gleicher Lokalisation
nachweisen. Insgesamt fand er 195 Punkte, denen er auch spezielle Homöopathika zuordnete.
Davon liegen 135 auf chinesischen Akupunkturmeridianen, 105 dieser Punkte sind mit bekannten
Akupunkturpunkten identisch. |
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Gegen Ende des
letzten Jahrhunderts schafften sowohl Head mit seinen Erkenntnissen zum Dermatom als auch
McKenzie 1917 mit seinen Arbeiten zu Unterhautgewebe und Muskulatur weitere Grundlagen zum
Verständnis neuraltherapeutischer Wirkungsmechanismen. Head erkannte, daß Veränderungen der
Hautsensibilität auf Berührung, Kneifen und Wärmereiz Hinweise auf eine Organerkrankung im
Segment sein konnten. Da diese ausgedehnten Untersuchungen, teilweise mit Testsubstanzen
oder Filtern durchgeführt, sehr zeitaufwendig waren und die Informationsqualität auch vom
IQ des Untersuchten abhing, reduzierte er seine Diagnostik auf die Palpation des Hautturgors,
des Hauttonus von Cutis und Subcutis und eröffnete dem erfahrenen Untersucher eine
objektivierende Informationsmöglichkeit über den Zustand seines Patienten. |
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Die Gebrüder Huneke wußten von den Arbeiten von Schleich, Spieß und Leriche wohl nichts,
als sie 1925 begannen, die Wirkungen von Lokalanästhetika neu zu erforschen. Es begann mit
der Zufallsheilung einer Migräne durch die versehentliche Beimengung eines
Lokalanästhetikums zu einer Schmerzmittelinjektion. 1940 beobachtete Ferdinand Huneke
das erste "Sekundenphänomen" und postulierte die "Fernwirkung der Lokalanästhetika über
unbekannte Reflexwege". Das Sekundenphänomen wurde definiert als Beschwerdefreiheit nach Infiltration eines Lokalanästhetikums an einen Störherd. Die Beschwerdefreiheit sollte nach Infiltration von Zahnstörherden mindestens 8 Stunden, nach Infiltration anderer Störherde mindestens 20 Stunden anhalten. Außerdem sollte der Effekt bei Symptomrezidiv reproduzierbar sein. Euphorische Zustände und Zwangsweinen Können ebenfalls nach erfolgreicher Störherdausschaltung beobachtet werden. Auch Leriche veröffentlichte, daß Schmerzsyndrome nach Narbeninfiltration verschwinden und Frakturen nach Bruchspaltinfiltration besser heilen. Besonders ein Wiener Arbeitskreis mit Pischinger, Perger, Bergsmann, Kellner und anderen beschäftigte sich mit dem sog. "Zelle-Milieu System" und der Erforschung des Sekundenphänomens. Pischinger veröffentlichte 1965 die "Objektivierung des Sekundenphänomens" durch das Verfahren der Jodometrie, durch thermische, elektrische und zelluläre Messungen, die die Regulationseigenschaften des "Grundsystems" belegen sollen. Zum Verständnis des Grundsystems lieferten die Arbeiten von Wiener über die Bedeutung rückgekoppelter Regelkreise nach den Prinzipien der Kybernetik wertvolle Anregungen, die in das monokausale Denken schulmedizinischer Behandlungsprinzipien bisher wenig eingedrungen sind. Er veröffentlichte schon 1948 sein Buch "Kybernetik oder die Regelung und Nachrichtenübertragung in Lebewesen und Maschinen". [2] In den letzten Jahren hat der biologisch orientierte Physiker Popp mit seinen Erkenntnissen zur ultraschwachen Zellstrahlung und deren biologisch-physikalischer Grundlagen weitere Erklärungsmodelle zur Funktion des biologischen Systems und der Informationsübertragung geliefert. Letztlich ist es aber dem unermüdlichen Schaffen der Gebrüder Huneke zu verdanken, daß die Methode der Neuraltherapie inzwischen ein weitverbreitetes Therapieprinzip geworden ist, daß sie mit ihren Möglichkeiten zur Therapie akuter und chronischer Krankheitszustände u.a. durch die Störherdbehandlung nicht nur Praktikern sondern inzwischen auch Klinikärzten zunehmend zur Verfügung steht. |
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| Kybernetische Grundlagen | ||||||
Die Erklärungsmodelle für Regulationstherapieformen, wie z.B. die Neuraltherapie, basieren
auf Erkenntnissen der Kybernetik. Die Kybernetik ist die Theorie der Funktionsmöglichkeiten
informatieller Systeme unter Abstraktion von deren physikalischen, physiologischen oder
psychologischen Besonderheiten. [3] Sie liefert Einsichten zu den Lebensabläufen
biologischer Systeme, die ohne die Aufrechterhaltung von Homöostase unter Berücksichtigung
des Prinzips Ökonomie nicht denkbar wären. Der Begriff Homöostase beinhaltet die weitgehende
Konstanz von Temperatur, Stoffwechselaktivitäten, die Aufrechterhaltung des Blutdrucks, pH,
kurz gesagt - des inneren Milieus. Die Kompensationsmöglichkeiten sind bei Reizüberflutung begrenzt. Das Einhalten des Prinzips Ökonomie betrifft die Größen Zeit, Energie und Weg. Auf einen Reiz folgt ein Einschwingvorgang als Reizantwort, der letzlich zur Ausregulierung des ursprünglichen Reizes führt. Die Reizantwort, kybernetisch ausgedrückt: die Stellgröße muß funktionell das umgekehrte Vorzeichen der Regelabweichung oder des Reizes haben, um den Reiz als Störgröße auszuregulieren. Dies ist das Prinzip der negativen Rückkoppelung. |
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Das Prinzip der Ökonomie wird durchbrochen, besonders dann, wenn wir, statt den
Heizungsmonteur anzurufen, einfach die Fenster öffnen. Die positive Rückkoppelung bedeutet
also Dysfunktion im Sinne eines Verstärkerschaltkreises. Sowohl die Reizantwort bei
negativer Rückkoppelung als auch bei Dysfunktion kann überschießend oder träge und
aperiodisch sein. "Überschießende Reizantwort" bedeutet, eine Ausregulierung des Reizes kann
durch Unangemessenheit von Zeit, Energie oder Weg erfolgen, obwohl es letzlich noch zu einer
Ausregulierung kommt. Die träge Reizantwort kann verzögert, aperiodisch und unvollständig
erfolgen. Beide Möglichkeiten beinhalten Energie- und Zeitvergeudung, können damit die Homöostase und die Ökonomie des Systems nachhaltig beeinträchtigen. Denken Sie an den Verlauf chronischer Krankheiten in diesem Zusammenhang, dann kann eine Autoimmunerkrankung nach den Prinzipien der überschießenden Reizantwort ablaufen, eine durch Immunschwäche ausgelöste Erkrankung durch träges Reizantwortverhalten erklärbar werden. In der Medizin wird gern von "Reflexen" gesprochen. Nach den Erkenntnissen der Kybernetik ist dies im Zusammenhang mit einem biologischen System unsinnig, da es aus einer Vielzahl rückgekoppelter Regelkreise besteht. Der Begriff Reflex sagt jedoch aus, daß keine Rückkoppelung auf den Sensor erfolgt. Die Funktionsabläufe über "einfache Kreise" erfolgen in kurzer Reaktionszeit bevorzugt über nervale Strukturen. Komplexe Systeme werden in längeren Zeitabläufen mit größerer Genauigkeit geregelt. Dies erfolgt eher über das neurosekretorische und hormonelle System. Krankheit wird daher als die Folge einer bleibenden Störung der Rückkoppelungs- und Informationsmechanismen angesehen. Bedenkt man, daß der Sollwert eines Regelkreises aufgrund der vielschichtigen Vernetzung auch die Regelgröße eines anderen Regelkreises sein kann, so ergeben sich Istwert und Sollwert als variable Größen. Letzlich muß das System immer mit sich rückgekoppelt sein. Schon Hippokrates soll erkannt haben: "Alle Teile des Körperhaushalts bilden einen Kreis. Jeder Teil ist zugleich Anfang und Ende." |
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| Krankheitsmodelle | ||||||
Das schulmedizinische Denken ist im allgemeinen linear-kausal, das heißt "Hier Ursache -
da Symptom". Man diagnostiziert eine akute Appendizitis und operiert. Die Krankheitsursache
wird entfernt, der Patient ist wieder gesund. Man diagnostiziert eine Infektion mit einem
definierbaren Keim, das Antibiotikum eliminiert ihn, der Patient wird wiederum gesund??
Hier beginnen oft die Probleme. Denken Sie an rezidivierende Harnwegsinfekte,
Gelenkentzündungen oder Sinusitiden, kurzum an chronische Krankheitssymptome. Im Gegensatz
zu akuten Erkrankungen, auf die das linear-kausale Modell weitgehend anwendbar ist, muß es
bei chronischen Krankheiten scheitern. Wo ist die Ursache, oder wo ist die Wirkung einer
chronifizierten Krankheit oder gar eines Medikaments? Wir haben uns angewöhnt, die erwünschte Wirkung eines Medikaments als die Wirkung schlechthin zu bezeichnen. Die immer längeren Listen von sogenannten unerwünschten Wirkungen auf den Beipackzetteln werden einfach als "Nebenwirkung" bezeichnet. Oft überwiegen die Nebenwirkungen die erwünschte Wirkung. Aufgrund der vorangegangen Erläuterungen wird verständlich, daß die Aufteilung in Wirkung und Nebenwirkung nicht haltbar ist, daß im Gegenteil alle Auswirkungen einer Medikamentengabe als Beeinflussung des gesamten biologischen Systems zu betrachten sind. Die "Information Medikament" verteilt sich global und nicht z.B. ausschließlich rezeptorspezifisch. Die theoretischen Grundlagen zur Erklärung chronischer Krankheiten liefert, wie bereits erwähnt, die Kybernetik, aber auch die Thermodynamik offener Systeme. Danach sind biologische Systeme nicht linear in ihrem Verhalten, sondern hochvernetzt und unterliegen einem biologischen Fließgleichgewicht. Offene Systeme tauschen Energie und Materie mit ihrer Umgebung aus. Sie nehmen bevorzugt nichtchaotische Energie, z.B. Nahrung mit Vitaminen auf und können diese Information schlagartig über das gesamte System verteilen. Außerdem erfolgt die Ausscheidung in deutlich reduziertem Ordungszustand wie der Unterschied zwischen der aufgenommen Nahrung und dem Stuhlgang verdeutlicht. Thermodynamisch geschlossene, oder auch mechanische, newtonsche Systeme erhöhen durch Wärme bzw. Energieaufnahme ihre Unordnung. Das Maximum an Ordung herrscht in diesem Fall am absoluten Nullpunkt, jede Wärmeaufnahme führt zu zunehmender Unordnung vom festen über den flüssigen bis zum gasförmigen Zustand. Ein weiteres Charakteristikum des geschlossenen Systems ist die Reversibilität der Vorgänge. Durch Wärmeentzug kann eine Minderung von "Chaos" wie beispielsweise der Aufbau einer kristallinen Ordung in Form von Eis aus "unordentlichem Wasserdampf" erfolgen. Im Gegensatz dazu erhöhen offene Systeme durch geeignete Zufuhr von Energie ihren Ordnungsgrad, wenngleich auch diese Systeme während ihres Aufbaus Wärme abgeben, als untrügliches Zeichen zunehmender Ordnung im System. Man nennt dies nach dem Nobelpreisträger Prigognine "dissipative" oder "kohärente" Zustände. Werden diese dissipativen Strukturen von ihrer Energiezufuhr abgeschnitten, so bricht die aufgebaute Ordnung zusammen. Die Vorgänge in diesen Strukturen sind nicht wie im "Wärmebad geschlossener Systeme" reversibel, sondern "weit weg vom thermischen Gleichgewicht" energieverbrauchend, autokatalytisch und irreversibel. [4] Popp nennt als Beispiel für ein nichtbiologisches offenes System eine Geigensaite, die durch geeignete Energiezufuhr wie durch einen Bogenstrich periodisch oszilliert und einen reinen Ton abgibt, oder eine Kerzenflamme, die ebenfalls Analogien zu lebenden, biologischen Systemen zeigt. Sie zeichnet sich ebenfalls durch Stoffwechselaktivität, Mutabilität, Autoregulation, Eigenbeweglichkeit und Reduplikationsfähigkeit aus. Sowohl Leben als auch andere kohärente Strukturen zeigen in vielen Betrachtungsbereichen Übereinstimmungen. Das thermodynamisch offene System besteht aus einer Vielzahl von vernetzten chemischen und elektromagnetischen Oszillationen, wobei fortwährend dissipative oder kohärente Strukturen aufgebaut und vernichtet werden, geprägt durch die Energiezufuhr von außen und damit durch Umweltbedingungen im Allgemeinen. Der Gedanke, auch geschlossene Systeme durch Zufuhr von Energie vom Chaos zu Ordung zu überführen im Sinne der Selbstorganisation erweist sich durch das bereits Ausgeführte als unmöglich. Offen bleibt zunächst die Frage, worin exakt sich biologische von nichtbiologischen kohärenten Strukturen unterscheiden und wie die Kommunikation im biologischen System abläuft. Da wir Mediziner uns mit Patienten befassen, deren interne Kommunikationsstörung zu Krankheit geführt hat, schauen wir uns zunächst die für uns konkreter faßbaren Strukturen genauer an: |
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| Grundgewebe - Grundsystem | ||||||
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Der von ihm abgelehnte "reduktionistische Ansatz", d.h. die Entwicklung einfacher kausaler
Modelle zur Krankheitserklärung führte bekanntermaßen zur Entwicklung entsprechender
Therapien, z.B. mit rezeptorspezifischen Medikamenten. Das individuelle einer
Krankheitsursache wurde nicht gesucht, vielmehr wurden Teilreaktionen durch
Doppelblindtestungen möglichst universell bestätigt. Am Beispiel Bluthochdruck wird
deutlich, daß individuelle Faktoren bei der Entstehung von Fehlfunktionen für die
Schulmedizin eher uninteressant sind, vielmehr trotz unterschiedlicher Ursachen möglichst
gleichartig therapiert wird. Im Vordergrund steht der mechanistische, linear-kausale
Erklärungsversuch und die entsprechende rein symptomorientierte Therapie, z.B. mit
Beta-Blockern. Bakterien oder Viren gelten oft als Krankheitsursache, die es zu bekämpfen gilt.
Ein aus vielen Individuen bestehendes Kollektiv wird aber bei gleicher Keimexposition nicht
auch "kollektiv" krank. Individuelle Dispositionen führen in Interaktion mit einem Keim zu
Infektion, dieser Aspekt wird vernachlässigt. Wo finden wir die Grundsubstanz, das Grundgewebe? Pischinger erkannte das Binde- und Stützgewebe als "vitales Medium, als vermittelndes Glied, das alles umhüllt". Die Zelle ist nicht autonom. Der Begriff Grundgewebe drückt diese Eigenschaft besser aus, Grundgewebe als Basis des ganzen Körpers mit vernetzender Funktion. Vor Virchow war die sog. Säftelehre schon Hinweis auf die grundlegende Erkenntnis, daß nur die Eukrasie, die richtige Mischung der Säfte, Grundlage für Gesundheit sei. Nach Pischinger ist das System der Grundregulation die Funktionseinheit der Gefäßendstrombahn, der Lymphbahnen, der Bindegewebszellen, des zugehörigen Parenchyms und der vegetativ-nervalen Endformation mit der extrazellulären Flüssigkeit als gemeinsamem Informationsfeld. [siehe Bild] Es ist ein ganzheitlich den Organismus durchziehendes System, ein innerer Kreislauf, der zur Ernährung und Entsorgung der Funktionsträger dient. Damit erfolgt die Aufrechterhaltung des "Zelle-Milieu Systems". Es ist aber auch der Ort der primären Entzündungs- und Abwehrvorgänge, es ist das System der Lebensgrundfunktionen. Von diesem Faktor sind alle Organzellen abhängig. Von der Wiener Schule um Pischinger wurde eine Zweischichtigkeit im Ablauf von Entzündungen gefunden, im unspezifischen und spezifischen Bereich. Die unspezifischen Vorgänge spielen sich nach diesen Erkenntnissen im Grundsystem ab, die spezifischen z.B. im Lymphsystem. Eine Abwehrreaktion kann örtlich oder ganzheitlich aufteten. Im Reaktionsablauf des Grundsystems lösen unterschiedliche Reize gleichartige Reaktionen aus. Deshalb erscheint es wichtig, individuelle Belastungsfaktoren zu erkennen, da diese das Grundsystem additiv belasten können. Man denke an klinisch stumme, chronische Prozesse im Bereich der Nasennebenhöhlen, Zahnstörherde, Schwermetallbelastungen, Streß u.ä.. Alle diese Dinge können die Dynamik der Funktionen in den vernetzten Regelkreisen beeinflussen. Das Grundsystem ist nach Heine das primäre Informationssystem aller sauerstoffabhängigen Organismen. Information, sei es elektomagnetischer, biochemischer, oder molekularer Art, ist der Energieträger um nahe und fernreichende interzelluläre Wechselwirkungen auszulösen. Information, man denke an das Satellitenfernsehen oder die Mikrowelle, muß nicht materiell gebunden sein und besteht aus elektromagnetischen Schwingungen, die wiederum Auswirkungen auf biochemischer oder zellulärer Ebene haben. Ich kann ein rotes Gesicht durch Sonneneinstrahlung, aber auch durch eine "handfeste" Backpfeife auslösen. Histologisch gesehen ist das System der Grundregulation die bereits erwähnte Einheit von Zellen und umgebender Grundsubstanz mit organtypischen Variationen. Es enthält Proteoglykane, Eiweiß-Zuckerkomplexe mit dazwischenliegenden Wasserdomänen, sowie Strukturglykoproteine in Form von Kollagen und Elastin. [5] Die Proteoglykane sind zur Wasserbindung befähigt und können daher sowohl ein viscero-elastisches, stossabsorbierendes als auch energieverzehrendes System bilden, das energetisch sehr reaktionsfähig ist und den metabolischen Strom steuern kann. Die Proteoglykane mit den dazwischenliegenden Wasserdomänen sind das Molekularsieb oder die Transitstrecke von der Kapillare zur Zelle. Je nach Wasserspeicherkapazität ändern sich die Abstände zwischen den einzelnen Partnern und somit auch die Grenzflächenpotentiale der Zelle. Sie bewirken eine spezifische Art des mechanischen Zusammenhalts der Gewebe, was wiederum terminale Axone vegetativer Fasern unter spezifische mechanische und elektrische Spannung versetzt. Es führt zu Neurotransmitterfreisetzung und zu Neuropeptidfreisetzung in spezifischem Ausmaß. Hierdurch werden bestimmte Reaktionen induziert oder gehemmt. Es können auch übergeordnete Regelzentren von der Grundsubstanz beeinflußt werden. Die Wasserspeicherkapazität der Proteoglykane steht aber auch im direkten Zusammenhang mit der Zellfunktion. Weitere Einflußgrößen sind die Porengröße des Filters und die davon abhängige Molekulardurchgängigkeit, die Elektrolytzusammensetzung und der pH Wert. Proteoglykane sind negativ geladen. Sie haben die Fähigkeit zur Wasserbindung und zum Austausch ein- und zweiwertiger Kationen. Die Funktionskapazität dieses Systems führt zu Isiionie, Isoosmie und Isotonie der Grundsubstanz. Der elektrostatische Grundtonus reagiert auf jede Veränderung der Grundsubstanz mit Potentialänderungen. Dies sind verschlüsselte Informationen, die sich der Glykokalyx der Zellmembran mitteilen. Die Glykokalyx ist nach PISCHINGER der Zellzuckeroberflächenfilm der Zelle. Über die Depolarisation der Zellmembran führt dies zu Zellreaktionen, beispielsweise auch über die Aktivierung membranständiger Botensubstanzen wie der c-AMP, die die in der Grundsubstanz codierte Information auf zytoplasmatische Enzyme übertragen. Diese wiederum gelangen in den Zellkern und können zu spezieller Transskription von spezifischen DNS Abschnitten führen. Die so entstandenen RNS Typen können dann, nach Transfer in das Zytoplasma, an den Schläuchen des endoplasmatischen Retikulums, die Information in zelleigene Produkte übersetzen. Die Proteoglykane besitzen eine Speicherfähigkeit für Kohlehydrate in Form von Glukose und Galaktose, für Eiweiss als NH-Gruppen, für Fett als Kohlehydratketten mit Säureestern. Gut vorstellbar ist aufgrund dieser Eigenschaften die Gefahr einer Verschlackung des Systems. Genauso verständlich wird aber auch die Wirksamkeit von Fastenkuren, die zu Reinigung und Entlastung eines überladenen Grundsystems führen und die notwendige Wasserbindungskapazität wieder ermöglichen. Die Regenerationsfähigkeit ist allerdings individuell sehr verschieden. Ein weiteres Regulationsprinzip der Grundsubstanz ist nach Heine die Abschnürung vesikulärer Elemente von Bindegewebs- und Abwehrzellen. Bei ihrem Zerfall werden eine Vielzahl biologisch aktiver Substanzen wie proteolytische und hydrolytische Enzyme, Zytokine wie Prostaglandine und Leukotriene, freigesetzt. Damit wird sowohl der pH Wert als auch die Zell-und Nervenfunktion beeinflußt. Außerdem wird von Pischinger und Kellner das Phänomen der physiologischen Lyse der Leukozyten beschrieben. Auch hier werden vielfältige Zytokine und Gewebshormone freigesetzt zum weiteren Anstoß der unspezifischen Abwehrreaktion des Grundsystems. Die Steuerung des Wasserhaushalts über das Grundsystem wurde schon 1912 von Schade beschrieben. In Abhängigkeit vom Elektrolytgehalt wird die Wasserbindungskapazität erhöht oder erniedrigt. Natrium Übergewicht führt bekanntermaßen zu Wasserretention, Kalium Übergewicht zu Wasserausschwemmung. Ein Kaliummangel führt zu Reizüberleitungsstörungen, am Herzen beispielsweise einhergehend mit Extrasystolie. Kellner bewies, daß die zellulären Bestandteile der Grundsubstanz, die Fibroblasten, entscheidend an der pH Regulation beteiligt sind, indem er Lösungen mit pH Wert im sauren, alkalischen und neutralen Bereich mit eben diesen Fibroblasten versetzte. Es erfolgte jeweils ein pH Ausgleich zum Neutralbereich hin, im alkalischen Milieu durch Zellvermehrung, im sauren Milieu durch Zellzerfall! Er fand eine Abhängigkeit dieser Vorgänge vom Gewebspotential. Daraus schloß er, daß Leben primär von biophysikalischen Reaktionen bestimmt wird, die biochemischen Vorgänge werden durch das Gewebepotential direkt gesteuert. [6] Dieses wiederum wird aktiv durch die Differenzierung von Fibroblasten in die große und die kleine Retikulumzelle aufrechterhalten. Sie sind gegensätzlich elektrisch geladen. Die Fibroblasten erfüllen aber auch im Bereich der zellulären Abwehr differenzierte Aufgaben. Sie stehen untereinander durch sogenannte schnell aufbaubare "gap junctions" in Verbindung, die zum Stofftransport und zur Signalübertragung dienen. Es wird hierdurch eine ausgeprägte Kooperation erreicht. Ausgelöst durch eine Noxe sind die Fibroblasten ebenfalls schnell in der Lage sich aus ihrem Verbund zu lösen und in große und kleine Retikulumzelle zu differenzieren, die große Retikulumzelle als Histioozyt und Monozyt, die kleine als T- oder B-Lymphozyt. Außerdem können Fibroblasten im Bedarfsfall über die Energiebereitstellung in Form von dreifachungesättigter Fettsäuren zu einer Temperaturdifferenzerhöhung zwischen Zelle und Umgebung aktiv beitragen. Das führt zu erhöhter O2 Utilisation im geschädigten Gewebe. Pischinger nannte diese dreifach ungesättigten Fettsäuren "Faktor M". Er konnte nachweisen, daß nach Testinjektion dieses Faktors auch bei gesunden Probanden der Oxy-Hb Gehalt des Venenblutes für 1-2 Stunden um ca. 15% sank. Es wurde mehr Sauerstoff vom Gewebe aufgenommen durch Zufuhr dieser Fettsäurederivate als Energieträger. Die Fibroblasten sind weiterhin in der Lage ß-Interferon zur Verstärkung der Abwehrfunktion zu produzieren. Den groben Ablauf einer Fibroblastenreaktion auf eine Noxe soll Abb.2 verdeutlichen. Zusammengefaßt sind die Akupunktur und die Neuraltherapie zur alleinigen Behandlung oder als ergänzende Behandlung der folgenden Krankheiten geeignet: Indikationsliste für Akupunktur und Neuraltherapie Literatur: [1] Dosch, Peter - Lehrbuch der Neuraltherapie, 11. Auflage, Haug Verlag [2] Bergsmann, O., Bergsmann, R. - Projektionssymptome, 2. Auflage 1992, Facultas Verlag [3] Pschyrembel, Willibald - Klinisches Wörterbuch, 251. Auflage 1972, Verlag de Gruyter [4] Popp, Fritz A. - Biologie des Lichts, 1984, Verlag Paul Parey [5] Pischinger, Alfred - Das System der Grundregulation, 8. Auflage 1990, Haug Verlag [6] Perger, Felix - Kompendium der Regulationspathologie und -therapie, 1990, Johannes Sonntag Verlagsbuchhandlung |
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